Häufige Fragen

 

1. Anwendung

Bisher wurde keine Cannabisabhängigkeit infolge einer ärztlich überwachten Therapie festgestellt, sofern die Therapie mit einem Cannabisarzneimittel aus einer medizinischen Indikation stattgefunden hat und keine Kontraindikationen vorlagen.

Es können allerdings dennoch bei dem plötzlichen Beenden der Einnahme von Medizinalcannabis gering bis mäßig ausgeprägte Entzugserscheinungen auftreten.

Als Arzneimittel kann medizinisches Cannabis die Wirkung von anderen Medikamenten verstärken oder abschwächen. Um die Sicherheit der parallelen Einnahme von anderen Arzneimitteln zu gewährleisten, konsultieren Sie bitte ihren behandelnden Arzt.

Bei den folgenden Arzneimittelgruppen sind Wechselwirkungen bekannt:

Schmerzmittel
Cannabis kann bei den Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung, welche durch Opiate hervorgerufen werden, sowie die Schmerzwahrnehmung verändern und mildern.

Betablocker
Da sich Cannabis stimulierend auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt kann es dazu kommen, dass durch den Konsum der Blutdruck steigt, was sich negativ auf Menschen, die unter Hypertonie leiden, auswirken kann.

Blutgerinnungshemmer
Die Wirkung von Blutgerinnungshemmern kann durch Cannabis verstärkt werden. Dies erhöht das Risiko für leichtere und stärkere Blutungen.

Schlafmittel, Antidepressiva
Die o.g. Medikamente können sedierend wirken. Durch die ebenfalls sedierende Wirkung von Cannabis ist die gleichzeitige Einnahme nicht empfohlen, da es zu einer starken Schläfrigkeit und Konzentrationslosigkeit kommen kann.

Medikamente zur Blutzuckerkontrolle
Da die Wirkstoffe des Cannabis an die Rezeptoren des Endocannabinoidsystems andocken, welches eine wichtige Rolle in der Blutzuckerregulierung spielt, kann durch die Einnahme von Cannabispräparaten die Wirksamkeit von Arzneimitteln zur Blutzuckerkontrolle wie Metformin gesenkt werden.

Eine Kontraindikation ist ein Umstand, der die Anwendung eines therapeutischen Verfahrens bei gegebener Indikation verbietet oder nur unter strenger Abwägung der Risiken zulässt.
Es sind folgende Kontraindikationen bekannt:

  • Überempfindlichkeit gegenüber einzelnen Bestandteilen der Präparate
  • Schwere Persönlichkeitsstörungen und Psychosen
  • Hypertonie und schwere Erkrankungen des Herz-Kreislaufs-Systems
  • Schwangere und stillende Mütter

In den folgenden Situationen ist außerdem eine strenge Indikationsstellung ratsam:

  • Bei Kindern und Jugendlichen
  • Bei schweren Leber- und Nierenerkrankungen
  • Bei Epilepsiepatienten
  • Bei suchtkranken Patienten

Ähnlich wie bei anderen Medikamenten können durch medizinisches Cannabis unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Zu diesen gehören:

  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Schläfrigkeit
  • Aufmerksamkeitsstörung
  • Mundtrockenheit
  • Appetitsteigerung
  • Gedächtnisstörungen
  • Gleichgewichtsstörungen

Die exakten Wirkmechanismen von Cannabis können bis heute nicht restlos erklärt werden. Es wurde jedoch festgestellt, dass die Hauptwirkstoffe THC und CBD an die CB1- und CB2-Rezeptoren des körpereigenen Endocannabinoidsystems andocken. Erstere befinden sich vornehmlich im Gehirn und spielen eine Rolle beim Gedächtnis, den Emotionen und der Wahrnehmung während zweitere überall im Körper verteilt sind und vor allem eine Rolle beim Immunsystem, der Leber, dem Herzen, der Muskeln und der Haut spielen.

Die beiden Hauptwirkstoffe des Cannabis THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) haben eine unterschiedliche Wirkung. Generell hängt die Wirkung eines Cannabisprodukts von der jeweiligen Wirkstoffzusammensetzung und -konzentration ab.

THC wirkt dabei antiemetisch (brechreizlindernd), relaxierend (entspannend), sedierend (beruhigend) und kann euphorisierend (berauschend) wirken.

CBD hingegen wirkt antipsychotisch, anxiolytisch (angstlösend), antiinflammatorisch (entzündungshemmend) und antiemetisch.

Cannabissorten werden generell in Cannabis Sativa, Cannabis Indica und Hybride (Mischformen) unterschieden.

Sativasorten enthalten meist mehr THC. Ihnen wird vor allem eine psychische, stimulierende Wirkung zugesprochen. Die Verwendung am Tag wird empfohlen.

Indicasorten haben meist einen höheren CBD-Gehalt. Ihnen wird eine stärkere körperliche Wirkung zugesprochen und sollen daher eher entspannend, schlaffördernd und schmerzlindernd wirken und werden meist zur Anwendung bei Nacht empfohlen.

Die häufigsten Indikationen:

  • 69% Schmerz
  • 11% Spastik
  • 8% Anorexie/Wasting
  • 4% Übelkeit/Erbrechen
  • 3% Depressionen
  • 2% ADHS
  • 1% Appetitmangel/Inappetenz
  • 4% Sonstiges (z. B. Appetitmangel , Epilepsie)

Es ist zu empfehlen, Cannabisblüten in einem Vaporizer zu inhalieren. Neben dieser Aufnahmeform kann Cannabis auch als Tee zubereitet werden. Von dem Rauchen einer Cannabiszigarette und dem Verzehr von Cannabisgebäck ist abzuraten.

Oral eingenommen werden können außerdem Extrakte, Lösungen, Kapseln und Mundsprays.

Für Cannabisarzneimittel gibt es keine verbindlichen Dosierungsempfehlungen, da die Dosis individuell vom behandelnden Arzt festgelegt wird. Es empfiehlt sich hierbei allerdings nach dem Prinzip „Start low, go slow“ vorzugehen und mit einer geringen Ausgangsdosis zu starten und diese nach und bei Bedarf zu steigern.

Es ist gilt zu beachten, dass die Dauer bis zum Eintritt der Wirkung, sowie die Dauer der Wirkung selbst unterschiedlich je nach Applikationsform ist.

Treten während der Eindosierungsphase Nebenwirkungen auf, so empfiehlt es sich auf die Dosis vom Vortag zurückzugehen. Nebenwirkungen sind zu Therapiebeginn häufiger und nehmen oft im Verlauf der Therapie ab.
Von der Bundesapothekerkammer gibt es die folgende Dosierempfehlung:

Arzneimittel

Anfangsdosis/Tag

Tagesdosen

Höchstverschreibungsmenge gemäß §2 BtmVV

Cannabisblüten

0,05 bis 0,1 g

bis 3 g

100 000mg/30 Tage

Dronabinol

1,7 bis 2,5 mg

bis 30 mg

500 mg / 30 Tage

Cannabisextrakt (Sativex)

1 Sprühstoß (= 2,7 mg THC und 2,5 mg CBD)

bis 12 Sprühstöße

1000mg/30 Tage

Nabilon (Canemes)

1 mg

Bis 6 mg

Nabilon in § 2 BtMVV ohne Angabe

Marinol

500 mg/ 30 Tage

2. Bestellung

Wir sind von Montag bis Freitag von 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr für Sie erreichbar unter 0211-9341955

oder per Email unter: kontakt@apo-cann.de

Um die sachgemäße Bearbeitung ihrer Bestellung gewährleisten zu können, brauchen wir folgende Unterlagen von Ihnen:

  • Ihr Original-BtM-Rezept (gerne vorab per Scan!)
  • Ihre vollständigen Kontaktdaten
  • Einen Nachweis der Kostenübernahme durch die Krankenkasse (falls vorhanden) als Kopie (gerne vorab per Scan!)

Ihr Cannabisrezept können Sie uns vorab per Scan senden, um den Prozess zu beschleunigen. Wir benötigen aber auch das Original, das Sie per Post an uns senden müssen:

Süd-Apotheke
Himmelgeister Straße 106
D-40225 Düsseldorf

Freiumschlag zum Download:

Freiumschlag zum Falten >>

Freiumschlag zum Aufkleben >>

Selbstverständlich können Sie Ihre Bestellung auch bei uns vor Ort abholen:

Süd-Apotheke
Himmelgeister Straße 106
D-40225 Düsseldorf

Gerne beraten wir Sie telefonisch bevor Sie eine Bestellung bei uns platzieren. Eine Bestellung können Sie bei uns via E-Mail, Post, vor Ort oder in unserem Website-Formular vornehmen.

Für eine vollständige Bestellung benötigen wir von Ihnen Ihr Original-BtM-Rezept (gerne vorab per Scan!), Ihre vollständigen Kontaktdaten sowie ggf. einen Nachweis der Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse. Nach vollständigem Erhalt dieser Unterlagen bestätigen wir Ihre Bestellung.

Für Privatzahler: Vor dem Versand des Arzneimittels müssen Sie per Vorkasse die Rechnung begleichen. Nach Erhalt Ihrer Zahlung, senden wir Ihnen Ihr Arzneimittel innerhalb von 1-2 Tagen zu.

Bei gesetzlich Krankenversicherten ist eine Vorkasse nicht notwendig – Ihr Arzneimittel wird nach vollständigem Erhalt aller notwendiger Unterlagen sofort verschickt. Eine Rechnung über den zu tragenden Eigenanteil legen wir der Sendung bei.

3. Bezahlung

Die Abrechnung erfolgt nach Hilfstaxe bzw. nach AMPreisV. Die genauen Preise teilen wir Ihnen gerne auf Anfrage hin mit.

Hierzu erreichen Sie uns unter:
Telefon: 0211 9341955 (Mo – Fr: 9.00 – 14.00 Uhr)
Mail: kontakt@apo-cann.de

Bei Privatzahlern erfolgt die Zahlung per Vorkasse. Gesetzlich Krankenversicherte mit einer Kostenübernahme der Krankenkassen erhalten leidglich eine Rechnung für ihren Eigenanteil – Vorkasse ist hier nicht erforderlich.

Unter einem Betrag von 500€ erhalten Sie von uns eine Rechnung und können ganz bequem innerhalb von 14 Tagen überweisen. Bei höheren Beträgen kommt das Lastschriftverfahren zum Einsatz. Selbstverständlich bieten wir Ihnen das Lastschriftverfahren auch bei niedrigeren Beträgen an, ebenso ist eine direkte Abrechnung mit ihrer (privaten) Krankenkasse möglich.

4. Cannabisprodukte

Cannabissorten werden botanisch hauptsächlich unterteilt in die Typen Sativa, Indica und Hybride (Mischformen).

Gemäß §6 und §11 der Apothekenbetriebsordnung ist es ausreichend in der Apotheke die Identität eines Ausgangsstoffs zu prüfen, sofern dein Prüfzertifikat nach §6 ApBetrO vorliegt.

Eine Identifikationsprüfung läuft nach den Maßstäben der DAB Monografie ab. Dabei muss der Apotheker eine makroskopische und eine mikroskopische, sowie eine Dünnschichtchromatographie durchführen.

Da es sich bei Cannabisblüten um ein Naturprodukt handelt, kommt es zu leichten Schwankungen der Wirkstoffkonzentrationen. Die Definition der DAB-Monographie zu Cannabis gibt vor, dass die Wirkstoffgehälter bei Blüten maximal um +/- 10% von der jeweils individuellen Chargenangabe abweichen darf. Es ist davon auszugehen, dass Schwankungen innerhalb des Akzeptanzbereichs sich nicht auf die therapeutische Wirksamkeit auswirken sollten.

Bei Cannabisarzneimitteln wird zwischen Rezepturarzneimittel und Fertigarzneimittel unterschieden:
Rezepturarzneimittel müssen in der Apotheke zubereitet werden. Dazu gehören:

  • Cannabisblüten
  • Cannabisextrakte
  • Cannabisisolate
  • Dronabinol (THC-Isolat)

Die Fertigarzneimittel können wie gewohnt in den Verkehr gebracht werden. Diese sind:

  • Canemes
  • Epidyolex
  • Marinol
  • Sativex

Wir haben alle gängigen Medizinalcannabis-Sorten verfügbar und zum Großteil auch auf Lager (u.a. sind Produkte der Hersteller Aurora, Aphria, IMC, Spectrum Therapeutics oder Tilray sehr kurzfristig beziehbar).

Unsere verfügbaren Produkte und einen wochenaktuellen Lagerstatus finden Sie hier: Sorten.

Unsere verfügbaren Sorten können jederzeit mit unserem Warenwirtschaftssystem geprüft werden, sodass wir Ihnen kurzfristig Auskunft über Verfügbarkeiten geben können.

5. Kostenübernahme

Ja, andernfalls wird Ihnen die Rezeptur privat in Rechnung gestellt.

Sofern die Blütentherapiekosten durch die Krankenkasse getragen werden besteht auch die Möglichkeit der Kostenübernahme für einen Vaporisator durch die Krankenkasse. Hierzu muss die Krankenkasse aber im Einzelfall den jeweiligen Kostenvoranschlag genehmigen.

Unter den folgenden Voraussetzungen haben gesetzlich Versicherte einen Anspruch auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse (vgl. §31 Abs. 6 SGB V)

Eine allgemein anerkannte und dem medizinischen Standard entsprechende Leistung steht nicht zur Verfügung oder kann wegen der zu erwartenden Nebenwirkungen unter Berücksichtigung des Krankheitszustandes nicht angewendet werden.

  • Es besteht die Aussicht auf spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome.
  • Es besteht eine Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome.

Dabei werden keine expliziten Erkrankungen festgelegt. Allerdings müssen schwerwiegende Symptome vorliegen.

6. Rechtliches

Als Cannabispatient darf man das aufgrund ärztlicher Verschreibung erworbenes Betäubungsmittel eine der Reisedauer entsprechend angemessene Menge Cannabis ein- und ausführen.

Bei dem Mitführen von Betäubungsmitteln muss ebenfalls eine Bescheinigung über die bezügliche Berechtigung mitgeführt werden. Einen Vordruck für eine solche Bescheinigung finden Sie hier.

In Deutschland dürfen Schwerkranke seit dem 1. März 2017 Cannabis auf Rezept verschrieben bekommen und weshalb der Besitz für diese Personen nicht strafbar ist.

Für Personen ohne Cannabisrezept ist der Besitz von Cannabis illegal.

Genaueres hierzu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

7. Rezept

Es gilt, dass jeder Art von Arzt außer Zahnarzt und Tierarzt in Deutschland medizinisches Cannabis verschreiben darf.

Ein Cannabisrezept ist ein Betäubungsmittelrezept und ist nach dem Ausstellungstag 7 Tage lang gültig. Man spricht hier von der „7+1 Regel“.

Auf dem Rezept werden oben die Patientendaten Name und Anschrift, sowie der Kostenträger eingetragen.
Außerdem sollte das Rezept folgende Angaben enthalten:

  • Eine Angabe des Namens des Präparats (Nur „Cannabis“ ist beispielsweise nicht ausreichend)
  • Die Verschreibungsmenge
  • Eine Dosierungsangabe mit eindeutigen Einzel- und Tagesdosen
  • Eine Konkrete Gebrauchsangabe

Ein Beispiel für ein korrekt ausgefülltes BtM-Rezept finden Sie hier.

8. Versand

Ab einer Bestellmenge von 20g ist der Versand versandkostenfrei. Bei Bestellungen bis 15g fallen Versandkosten in Höhe von 5,00 EUR an.

Der Versand dauert 1-2 Tagen.

Der Versand erfolgt mit einem qualifizierten Logistikdienstleister für pharmazeutische Produkte.

Weiterführende Literaturhinweise

  • Apothekenbetriebsordnung (ApoBetrO)
  • Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV)
  • Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (2018): DGS- Praxisleitlinien – Cannabis in der Schmerztherapie
  • Glaeske, G. & Sauer, K. (2018): Cannabis-Report, Universität Bremen
  • Grotenhermen, F. (2018): CBD – Ein Cannabinoid mit Potenzial, Nachtschatten Verlag, Auflage 2
  • Grotenhermen, F. & Häußermann, K. (2017): Cannabis Verordnungshilfe für Ärzte, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Auflage: 2
  • Grotenhermen, F. & Reckendrees, B. (2016): Die Behandlung mit Cannabis und THC, Nachtschatten Verlag, Auflage: 6
  • Herdegen, T., Horlemann, J., Hornke, I., Kress, H. G., Kuhlen, I., Likar, R., Mieke, S. (2018): Lehre & Praxis – Medizinischer Einsatz von Cannabinoiden, Deutscher Ärzteverlag, Heft 9, 4 Jhrg.
  • Häußermann, K., Grotenhermen, F. & Milz, E. (2017): Cannabis – Arbeitshilfe für Apotheker, Deutscher Apotheker Verlag, Auflage: 1